



In Zeiten der künstlichen Intelligenz, die alle Bereiche unseres Lebens verändert, deutet der Künstler Alfred Bast auf die uns innewohnende künstlerische Intelligenz. Es sind die schöpferischen Erkenntniskräfte in uns, durch die wir die Welt in ihrer Schönheit und Verbundenheit sehen können, die sich vor allem auch in den kleinen Dingen zeigt. In einem Interview mit evolve sagt er:
„Die Schönheit in einem Blümchen tarnt sich in Harmlosigkeit, in Niedlichkeit, die dann ihre Macht und Großartigkeit nur dem Blick zeigt, der sich ihrem intimen Kraftfeld zu nähern und es zu öffnen weiß. Du beobachtest, wie sich die Blumen auf die Sonne ausrichten und bedenkst, dass die Planeten Venus und Erde in ihrem Lauf um die Sonne einen exakten Fünfstern in den Raum zeichnen, eben so einen wie in dem Vergissmeinnicht. Dann erkennst du, oder ahnst es wenigstens, dass alles, was wächst, in einer subtilen Wechselwirkung mit planetarischen Vorgängen und Kraftfeldern steht, die aus dem Dunkel der Erde ins Sichtbare kommen. Das erfüllt mich mit Ehrfurcht und einer fast rauschhaften Nüchternheit.“
Aus dieser Haltung des Staunens können wir die natürliche Welt mit neuen Augen sehen, die Gesetzmäßigkeiten des Lebens tiefer verstehen und die lebendigen Kräfte der Gestaltung in uns neu entdecken: „Man braucht nur die Augen aufzumachen, einen Baum anzuschauen und zu fragen: ‚Was hast du mir zu sagen?‘ Und er antwortet: ‚Ich bin Einheit und Vielfalt. Ich atme, durchlebe den Prozess von Blüte und Frucht und bleibe einen Winter lang still.‘ Diese einfachen Signale sollten wir neu entdecken. Wir haben die Natur als Lehrmeisterin und Inspirationsquelle als romantisches Klischee in der Moderne abgestreift. Wobei wir dahin nicht zurückgehen müssen, sondern uns mit neuem Blick dem Ursprünglichen zuwenden können. Von dort her beziehen wir unsere Kräfte. … Denn die Natur ist Ausdruck einer nicht anthropozentrischen Intelligenz, die in Gestalten und Prozessen spricht – sie hält Ausschau nach Augen, die sie sehen.
Bei unserem evolve LIVE! Dialog-Webinar erforschen wir gemeinsam mit Alfred Bast und den Teilnehmenden, wie wir die künstlerische Intelligenz in uns und zwischen uns erwecken und ihr Ausdruck geben können. Die Praxis des Dialogs gibt uns eine Möglichkeit, gemeinsam diese schöpferische Weisheit zu erforschen, die sich in uns und zwischen uns zeigen kann.
Begrüßung und Einführung
Dialog zum Thema mit Alfred und Mike mit Feedback aus dem Plenum
Pause
Dialog in kleinen Gruppen
Integration im Plenum


Alfred Bast
Von 1968-75 studierte ich bildende Kunst an der Akademie in Stuttgart. Ich hatte großes Glück mit meinen Lehrern: Nikolaus Plump, Gerhard Gollwitzer und Gottfried von Stockhausen, und meiner größten Lehrerin: der Natur. Ich bin mir dankbar bewusst, dass fast 60 Jahre freies Kunst-Schaffen ein sowohl persönliches als auch historisches Privileg sind, um sich der Aufgabe widmen zu können, Kunst wieder als Erkenntnisweg, Wahrnehmungsforschung- und Weisheitsschulung in unserer Zeit zu beleben.
1974 konnte ich mit einem Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, in Pondicherry, Auroville ein künstlerisches Projekt zu Dualität und Polarität realisieren, das mich bis heute beschäftigt.
1995 gründete ich das KUNST KLOSTER art research. Das verweist auf den unkündbaren inneren Arbeitsplatz jedes Menschen. Dort, in der schöpferischen Werkstatt des Herzens werden die alten Muster eingeschmolzen und neue Bilder und Entwürfe geschmiedet, die dann die zukünftige Wirklichkeit wesentlich mitbestimmen.
Mein Kunstkonzept ist weniger linear als zyklisch. Es ist auf die Vielfalt des Einen ausgerichtet.
Über Bilder, Texte, Vorträge und Seminare bin ich im Dialog und Austausch mit anderen, um im einsamen Erkunden das Gemeinsame, als Quelle und Goldgrund zu entdecken und die darin nährenden Kräfte freudig freizulegen.
Ich lebe und arbeite in der Natur auf der Ostalb, und zeitenweise – kontrastreich – in Berlin-Kreuzberg.
www.alfred-bast.de

Mike Kauschke is an author, poet, editor, photographer, translator and dialogue facilitator. He is managing editor of evolve magazine. He practiced Zen Buddhism with teachers in the USA and Europe, explored an integral spirituality and worked in palliative care and hospice work. He has translated books from the fields of integral philosophy, mindfulness, Buddhism and organizational development into German (Steve McIntosh, Jon Kabat-Zinn, Rick Hanson, Frederic Laloux, Brian Robertson, Amy Edmondson etc.). For many years he has been practicing and facilitating dialogue work in evolve World. In 2022 his first book was published, „In Search of Lost World: A Journey to the poetic dimension of our lives”, and in 2024 he published “In Conversation with the Living World: Poetic impulses for a creative and meaningful existence”.
Mike Kauschke ist Redaktionsleiter des evolve Magazins, Dialogbegleiter für Emergent Dialogue und Autor der Bücher „Auf der Suche nach der verlorenen Welt“ und „Im Gespräch mit der lebendigen Welt“.
www.mike-kauschke.de
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