


Ein Angebot der neuen Seminarreihe: Interbeing leben:
Dieser Online-Kurs eröffnet eine Erweiterung und Vertiefung des Verstehens, um die Grundlagen des Emergent Dialogue als Praxis des Interbeing zu erforschen. Dieser Kontext ermöglicht ein tieferes Verständnis dafür, warum solch ein dialogischer Prozess besonders heute so wichtig ist. Wir stehen als Kultur in einer umfassenden Transformation von einer Lebensform und Weise die Welt zu verstehen und zu gestalten, eine neue Möglichkeit des Menschseins, die sich erst in Anfängen zeigt. Emergent Dialogue als Praxis des Interbeing gibt dieser Möglichkeit einen Entfaltungsraum. Der Kurs eröffnet an sechs zweistündigen Terminen ein Lernfeld, um die philosophischen und spirituellen Bezüge und die kulturelle Bedeutung des Emergent Dialogue tiefer zu verstehen.
Elemente des Kurses sind inhaltliche Impulse, Raum für Fragen, Dialoge in Kleingruppen und der gesamten Gruppe, Wahrnehmungsübungen, Meditation. Als zusätzliche Inspiration dienen Artikel aus dem evolve Magazin und Sendungen von Radio evolve, durch die wir zwischen den Sessions die jeweiligen Themen vertiefen können.
Durch die Verbindung von philosophischer Reflexion und dialogischer Praxis bietet der Kurs eine Orientierung in einer Zeit, die von Ungewissheit und krisenhaften Herausforderungen geprägt ist. Wir finden die Gemeinschaft von Menschen, die ähnliche Fragen und Inspirationen bewegen. Im dialogischen Feld kann sich das Verständnis darüber klären, wie wir in unserem Leben und in der Verbundenheit miteinander zur Emergenz eines neuen Menschseins beitragen können.
Termine
6 Abende
Mittwoch, 4. November 2026, 19 – 21 Uhr
Mittwoch, 11. November 2026, 19 – 21 Uhr
Freitag, 20. November 2026, 19 – 21 Uhr
Mittwoch, 25. November 2026, 19 – 21 Uhr
Mittwoch, 2. Dezember 2026, 19 – 21 Uhr
Mittwoch, 9. Dezember 2026, 19 – 21 Uhr
In dieser ersten Session werden wir erforschen, wie sich die Lebensform der Moderne und Postmoderne entwickelt hat und was mögliche integrale oder metamoderne Schritte darüber hinaus sein könnten. Wie können wir eine getrennte Ich-Identität öffnen für ein Mitsein im größeren Gewebe des Lebens und der schöpferischen Ko-Kreation?
Der Mitgründer des Emergent Dialogue Thomas Steininger hat Grundgedanken des Philosophen Martin Heidegger aufgenommen und für die Praxis des Emergent Dialoge fruchtbar gemacht. Wir werden diese Impulse gemeinsam vertiefen: das Geviert als ein tieferes Verständnis und Erleben der Gegenwart und das Ereignis als ständig neu emergierendes, zu sich selbst findendes Sein.
Es gibt eine Form des Erkennens, die sich nicht allein auf rationales Erkennen bezieht, sondern transrationale Formen des Wissens zugänglich macht. Der Religionsphilosoph Henry Corbin sprach hierbei vom Imaginalen in Abgrenzung von der Imagination als etwas, das in unserer Vorstellungswelt entsteht. Das Imaginale oder die imaginale Welt (Mundus Imaginalis) ist vielmehr ein direkter Zugang zu subtilen Ebenen der Wirklichkeit. Der Emergent Dialogue eröffnet einen Zugang zu einer solchen imaginalen Erkennen. Wie das möglich ist und was es für uns bedeutet, werden wir gemeinsam erforschen.
Ziel und Zentrum des Emergent Dialogue ist die Öffnung des schöpferischen Erfahrungsraum von Interbeing. Wir verstehen hier Interbeing etwas anders als in der buddhistischen Tradition, in der dieses Wort entstanden ist. Es deutet auf den schöpferischen Wesensraum zwischen uns hin, aus dem sich neue Möglichkeiten des sich entfaltenden Lebens zeigen können. Wir werden gemeinsam vertiefen, was dieses emergente Interbeing für unser Leben und unsere Kultur bedeuten kann.
In einer säkular geprägten Zeit eröffnet der Emergent Dialogue als Praxis des Interbeing einen offenen Zugang zum Erfahrungsraum des Heiligen – jenseits eines wissenschaftlichen Reduktionismus und einengender Formen von Religion. Ein phänomenologischer Zugang zum Heiligen kommt ohne metaphysische Konzepte aus und kann tiefe mystische Erfahrungen ernstnehmen. Zudem eröffnet es einen existenziellen Bezugspunkt, um in allen Unterschieden eine zugrundeliegende Verbundenheit zu bewahren, die man als tiefere Grundlage einer wahrhaft offenen Gesellschaft verstehen kann.
In der letzten Session werden wir den Weg durch einige Grundideen und Erfahrungsräume des Emergent Dialogue noch einmal vergegenwärtigen und im Sinne einer gemeinsamen „Ernte“ dem nachspüren, was sich dadurch in uns und unserem Verstehen gewandelt hat. Und wir richten uns darauf aus, wie wir diese Erkenntnis in unserem eigenen Leben, in unseren Beziehungsfeldern und in unseren schöpferischen Projekten anwenden und weiterführen können.

Mike Kauschke is an author, poet, editor, photographer, translator and dialogue facilitator. He is managing editor of evolve magazine. He practiced Zen Buddhism with teachers in the USA and Europe, explored an integral spirituality and worked in palliative care and hospice work. He has translated books from the fields of integral philosophy, mindfulness, Buddhism and organizational development into German (Steve McIntosh, Jon Kabat-Zinn, Rick Hanson, Frederic Laloux, Brian Robertson, Amy Edmondson etc.). For many years he has been practicing and facilitating dialogue work in evolve World. In 2022 his first book was published, „In Search of Lost World: A Journey to the poetic dimension of our lives”, and in 2024 he published “In Conversation with the Living World: Poetic impulses for a creative and meaningful existence”.
Mike Kauschke (*1972) ist leitender Redakteur des Magazins „evolve“, Co-Host des Podcasts Radio evolve und der evolve LIVE! Dialog-Webinare. Er ist Autor der Bücher „Auf der Suche nach der verlorenen Welt – Eine Reise zur poetischen Dimension unseres Lebens“ (2022), „Im Gespräch mit der lebendigen Welt – Poetische Wege zu einem schöpferischen und sinnerfüllten Sein“ (2024) sowie Beitragender in „Die Metamoderne – Neue Wege zur Entpolarisierung und Befriedung der Gesellschaft“ (2024) und „Lebenskunst“ (2025). In seiner Tätigkeit als Übersetzer hat er Bücher zu den Themen Integrales Denken, Achtsamkeit und Organisationentwicklung übersetzt. Mike studierte Zen-Buddhismus bei verschiedenen Lehrern in Deutschland und den USA und war viele Jahre in der Hospizarbeit tätig. Seit 20 Jahren praktiziert er den Emergent Dialogue in enger Zusammenarbeit mit Thomas Steininger und Elizabeth Debold und leitet Seminare im Kontext von evolve World. www.mike-kauschke.de.
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