Die Entfaltung der Innerlichkeit

Bernd Rosslenbroich
DEUTSCH
October 15, 2026
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Die Entfaltung der Innerlichkeit
Bernd Rosslenbroich
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Philosophie & Metamoderne

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Über diesen Podcast

Wie können wir Evolution tiefer verstehen?

Prof. Dr. Bernd Rosslenbroich ist Dozent an der Universität Witten/Herdecke und leitet dort das Institut für Evolutionsbiologie und Morphologie. Er erforscht die Prozesse der Evolution und die Eigenschaften des Lebens und erklärt, dass wir über mechanistische Modelle von Ursache und Wirkung hinausgehen müssen, um das Lebendige zu verstehen. So eröffnet sich auch ein neuer Blick auf unsere Beziehung zu den umfassenden Prozessen des Lebendigen.

In diesem Gespräch, das während der Arbeit an der Ausgabe 46 von evolve zum Thema „Die Wiederentdeckung des Lebens: Einsichten der neuen Biologie“ entstanden ist, vertiefen wir die Bedeutung von zunehmender Freiheit und Autonomie in der Evolution. In diesem neuen Blick auf die Entfaltung des Lebens können wir uns selbst als „Teilnehmende in der Natur“ verstehen, in dem wir die Prozesse des Lebendigen innerlich nachvollziehen, statt sie in unsere Begriffe zu zwängen:

„In den größeren Übergängen der Evolution hat sich die Autonomiefähigkeit des individuellen Organismus verändert. Damit meine ich vor allen Dingen die Fähigkeit zur Selbstbestimmung, zur Flexibilität in der Umwelt und ein Spektrum von Möglichkeiten. Autonomie eröffnet ein Spektrum von Möglichkeiten in der Umwelt. Gleichzeitig finden Anpassungen statt, und das geschieht in der Verflechtung mit der Umwelt. Gerade durch den Austausch mit der Umwelt durch Anpassungen gewinnen Organismen an Eigenständigkeit.

Ein Säugetier hat eine Eigenwärme und große Bewegungsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Pferde, die weite Strecken zurücklegen können. Es hat ein reiches seelisches Erleben, also eine umfangreiche Bewusstseinsfähigkeit bis hin zu Empathie, wie es heute die Verhaltensforschung bei Tieren beschreibt. In den Möglichkeiten von Selbstbestimmung hat sich im Vergleich zu einfacheren Lebensformen wie einer Schnecke etwas verändert. …

Auch unsere Bewusstseinsprozesse sind aus der Natur hervorgegangen. Wir sind aus dieser Natur hervorgegangen, auch mit unseren Möglichkeiten des Denkens. Wir haben das zwar in diese neue Dimension gesteigert, aber eigentlich sind wir Teilnehmende in der Natur. Mit diesen Möglichkeiten, die wir der Natur verdanken, können wir uns wieder in die Natur hineindenken und hineinversetzen. Damit werden wir auch als wissenschaftlich Forschende wieder zu Teilnehmenden an der Natur. Wir können innerhalb dieser Prozesse denken und denkend in die Prozesse der Organismen im Denken »hineinschlüpfen«. Das wäre der denkerische Nachvollzug des Naturprozesses, statt der Natur fremde Begriffe überzustülpen.“

evolve 46 zum Thema „Die Wiederentdeckung des Lebens: Einsichten der neuen Biologie“: www.evolve-world.org/de/ausgabe/die-wiederentdeckung-des-lebens

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