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Die Entdeckung des innersten Wesenskerns, die Erfahrbarkeit alles Lebendigen als Einheit und die Verwirklichung des Neuen durch Begegnung: Unter diesem Leitstern erscheint seit Anfang 2020 vierteljährlich das Magazin LOGON, herausgegeben von der Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes und dem Lectorium Rosicrucianum e. V.
Welch Herzensanliegen es dem Redaktionsteam ist, einen offenen Dialog mit anderen spirituellen Strömungen anzustoßen, wird gleich im ersten Heft deutlich, in dem hinduistische, buddhistische und islamisch-sufistische Impulse ebenso zu Wort kommen wie anthroposophische und rosenkreuzerische. Es soll der Grundstein für ein Symposion im klassisch-platonischen Sinne gelegt werden, wie bei einer Versammlung zu einem Gastmahl von Suchenden, Fragenden, Ringenden, die nach einem inspirierenden gemeinsamen Austausch streben, aber auch nach Erweiterung des Horizonts und dem kritischen Überdenken des eigenen Standpunkts.
Besondere Aufmerksamkeit erfahren dabei in LOGON die Weltinnenräume, das unsichtbare Geistig-Seelische, das Durchscheinende, die Zwischentöne. Nicht die sozialen, ökologischen oder wirtschaftlichen Aspekte stehen im Vordergrund, kein lauter Aktionismus, keine politische Botschaft, sondern die stille, vertiefte Betrachtung der vielgestaltigen Wege nach innen. In dieser Konsequenz ist das geradezu radikal zu nennen, allerdings im besten Sinne der Wortbedeutung, nämlich einer Rückführung der gesellschaftlichen Unruhen auf ihren ursprünglichen Wurzelgrund: den inneren Menschen. Man kann noch so viel gesellschaftlich eingreifen und verändern wollen, fruchten können all diese idealen Bestrebungen erst, wenn der innere Mensch Schritt hält. So betrachtet scheint in dem Wort »Verinnerlichung« eine ganz andere Tiefendimension auf.
AUF DEM SPIRITUELLEN PFAD IST ES WICHTIG, DIE KUNST DES WUNDERNS, STAUNENS UND FRAGENS NIE ZU VERLIEREN.
Diese wieder in den Blick zu nehmen, dazu will LOGON anregen. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass nicht ebenso die äußeren Werke von Mensch und Natur Beleuchtung fänden. Nur bleibt eben der intime Zusammenklang mit dem innersten Mysterium in den meisten Artikeln spürbar.
Besonders gelungen ist diese Verschmelzung von Innen und Außen in der dritten Ausgabe des Magazins, die ganz der Kunst gewidmet ist und anhand zahlreicher Beiträge der Frage nachgeht, inwiefern Kunst dem Unsichtbaren Ausdruck verleihen kann. Kann Kunst Wahrheit entdecken und ins Offene stellen? Kann Kunst die Wahrnehmung für das Unsichtbare schulen? Ja, deutet dieser feinsinnige Akt einer vertieften Wahrnehmung nicht bereits auf das Herzstück jeglicher Kunst? Diesen und anderen Fragen gehen die Autoren am Beispiel von Beethoven, Beuys und Hölderlin nach, aber auch der Künstler Alfred Bast kommt zu Wort, ebenso wie der Musiker und Komponist Markus Stockhausen und der Filmemacher Rüdiger Sünner, die in zwei längeren Interviews sehr hautnah und eindrücklich von ihrem Schaffen berichten. Spannend ist zudem der Rundgang durch das von dem Architekten Le Corbusier entworfene Kloster La Tourette in Frankreich, in dem der äußere Sakralraum bewusst so gestaltet ist, dass er in ganz besonderem Maße die inneren Geisteskräfte herausfordert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in der aktuellen Ausgabe herausgearbeitet wird, ist die »Kunst des Lernens«, die mit einer »Offenheit für das Unbekannte« einhergeht. Nur wer absichtslos auf die spontanen Impulse lauscht und ihnen nachgeht, kann in »urteilsloser Aufmerksamkeit« einen spürbaren Eindruck von der »vollumfänglichen Beziehung mit der Ganzheit« erhaschen. Ein ideales Ziel gewiss, aber es zeigt, wie wichtig es auf dem spirituellen Pfad ist, die Kunst des Wunderns, Staunens und Fragens nie zu verlieren und sich immer wieder an den schöpferischen Kindheitszustand zu erinnern, durch dessen spielerische Unvoreingenommenheit wir einzig lebendig bleiben und uns vor der Gefahr eines einseitigen Dogmatismus schützen. Keiner von uns hält den treffsicheren Kompass in den Händen und kennt den einzig richtigen Weg, der in diesen turbulenten Zeiten zu beschreiten wäre. Wir können daher nur gemeinsam in einem achtsamen Miteinander hingebungsvoll die Wege und Möglichkeiten ausloten. Dieser schillernden spirituellen Erkenntnissuche fügt LOGON eine neue Facette hinzu.
Author:
Martin Spura
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