Wie innovative Projekte ein neues Miteinander der Generationen entfalten
Immer mehr Projekte stellen sich die Frage, wie sie einen Austausch zwischen jüngeren und älteren Menschen fördern können. Wie können die Generationen zusammenkommen und voneinander lernen? Wir haben mit Pionieren aus Deutschland, Österreich und Schweden gesprochen, welche Erfahrungen sie machen.
Viele im Aktivismus Engagierte haben das Gefühl, dass in der Begegnung von jüngeren und älteren Menschen Schätze liegen, die im heutigen Alltag immer mehr übersehen werden. Eine beliebte Hypothese: Es gibt eine Weisheit des Alters, die jungen Menschen in einer krisengeschüttelten Zeit dienlich sein könnte. In manchen der von uns betrachteten Projekte schimmert dies tatsächlich durch, und gleichzeitig ist die Realität weitaus komplexer. Denn die Vorstellung, dass Alte und Junge sich in einem Austausch finden und zwischen den Generationen Neues und Fruchtbares entsteht, ist oft getrieben von einem romantisierenden Verständnis der Ältestenschaft indigener Kulturen. In unserer modernen Kultur sind jedoch viele der Beziehungssysteme, auf die indigene Gemeinschaften zurückgreifen können, längst nicht mehr intakt. Und auch die Vorbildhaftigkeit der Älteren steht in unserer Kultur der Individualisierung oft infrage. Projekte, die Junge und Ältere wieder zusammenbringen möchten, stehen deshalb vor der grundsätzlichen Frage, wie sie die Fliehkräfte zwischen den Generationen erst einmal überwinden können. Es ist eine Strategie der konsequenten wie auch der eher kleinen Schritte, die gegenwärtig im intergenerationellen Aktivismus zu beobachten ist.
Please become a member to access evolve Magazine articles.
Wie innovative Projekte ein neues Miteinander der Generationen entfalten
Immer mehr Projekte stellen sich die Frage, wie sie einen Austausch zwischen jüngeren und älteren Menschen fördern können. Wie können die Generationen zusammenkommen und voneinander lernen? Wir haben mit Pionieren aus Deutschland, Österreich und Schweden gesprochen, welche Erfahrungen sie machen.
Viele im Aktivismus Engagierte haben das Gefühl, dass in der Begegnung von jüngeren und älteren Menschen Schätze liegen, die im heutigen Alltag immer mehr übersehen werden. Eine beliebte Hypothese: Es gibt eine Weisheit des Alters, die jungen Menschen in einer krisengeschüttelten Zeit dienlich sein könnte. In manchen der von uns betrachteten Projekte schimmert dies tatsächlich durch, und gleichzeitig ist die Realität weitaus komplexer. Denn die Vorstellung, dass Alte und Junge sich in einem Austausch finden und zwischen den Generationen Neues und Fruchtbares entsteht, ist oft getrieben von einem romantisierenden Verständnis der Ältestenschaft indigener Kulturen. In unserer modernen Kultur sind jedoch viele der Beziehungssysteme, auf die indigene Gemeinschaften zurückgreifen können, längst nicht mehr intakt. Und auch die Vorbildhaftigkeit der Älteren steht in unserer Kultur der Individualisierung oft infrage. Projekte, die Junge und Ältere wieder zusammenbringen möchten, stehen deshalb vor der grundsätzlichen Frage, wie sie die Fliehkräfte zwischen den Generationen erst einmal überwinden können. Es ist eine Strategie der konsequenten wie auch der eher kleinen Schritte, die gegenwärtig im intergenerationellen Aktivismus zu beobachten ist.
Generation Zukunft
Die West-östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung in Holzkirchen bei Würzburg hat das Projekt Generation Zukunft ins Leben gerufen, um jungen Menschen Orientierung zu geben sowie die aktuellen Herausforderungen und die schon immer da gewesene Komplexität des Lebens zu meistern. In Jugendcamps treffen Jugendliche und junge Erwachsene auf erfahrene Meditationslehrende und erproben neue Formen des intergenerationellen Miteinanders.
Paul Anluk Leo, der bei den Pioneers of Change im Projekt Youth.Empowered engagiert ist, machte die Erfahrung, dass heute erst einmal Strukturen geschaffen werden müssen, in denen die Generationen sich im Austausch wieder finden können. Er betrachtet dies als kulturelle Pionieraufgabe, da es in der jüngeren Geschichte moderner Kulturen kaum Blaupausen für ein generationenübergreifendes Miteinander gebe: »Wenn ich zum Beispiel an die 68er-Bewegung denke, da war ja auch viel Wut, die zum Teil auf eine sehr destruktive Art in Kontakt gebracht wurde. Da war wenig Kommunikationsbereitschaft und wenig Verbindungsbereitschaft«, so der 25-Jährige Gruppenleiter. Seine Erkenntnis: Bevor verschiedene Generationen voneinander lernen können, müssen erst einmal Räume und Prozesse entwickelt werden, in denen unmittelbare Begegnungen wieder möglich werden.
»Der Dialog zwischen Jung und Alt kann zu einer neuen Form der Initiation werden.«
Der Zen-Lehrer Manfred Rosen, der bei der West-östliche Weisheit Willigis Jäger Stiftung im Projekt Generation Zukunft Kurse und Jugendcamps mitleitet, sieht soziokulturell einen Orientierungsverlust, der zur Frage führt, wie man heute überhaupt Vorbilder finden kann. »Orientierung wurde früher von den Institutionen vermittelt, die ein festes Gefüge bildeten. Da war der Staat mit seinen festen Hierarchien und Erziehungsinstitutionen. Ähnlich die Kirche, die allen immer sagen konnte, was gerade zu glauben war. Und dann gab es natürlich noch die Institution der Älteren in Form der Eltern und anderer Vorbilder, die sehr wichtig waren für junge Menschen. Und all das ist weggefallen. Wir leben jetzt in einem Kontext, wo es durch die sozialen Medien eine Unzahl von Orientierungsmöglichkeiten und damit einen Verlust von Orientierung gibt«, erklärt der 70-Jährige. Die früheren, oft starren gesellschaftlichen Strukturen mögen die Generationen über Jahrzehnte formal zusammengehalten haben. Doch ein Austausch auf Augenhöhe war zu diesen Zeiten selten. Nun stellt sich die Frage, wie Menschen unterschiedlichen Alters in der heute bestehenden Vielfalt zusammenkommen und einander erst einmal verstehen können. Eine Vorbildrolle von Älteren ist nicht mehr per se einfach gegeben. Es scheint, als müssten die Generationen heute völlig neu aushandeln, wie ein tragfähiges Mentoring sich von allen Beteiligten überhaupt so gestalten lässt, dass die unterschiedlichen Altersgruppen vertrauensvoll zusammenkommen können.
Wie zusammenfinden?
In Schweden scheint dies bereits zu gelingen. Was womöglich daran liegt, dass die liberale schwedische Kultur sehr auf Diversität ausgelegt und ein Miteinander in Verschiedenheit grundsätzlich in der Alltagskultur verankert ist. Das Projekt Protus etwa richtet Camps für Jugendliche aus, um sie in ihrer Identitätsentwicklung zu stärken. Es versteht sich nicht explizit als intergenerationellen Vorstoß, sondern bringt mit natürlicher Selbstverständlichkeit Jugendliche und Erwachsene in seinen Leitungsteams zusammen. »Die Teilnahme von ein oder zwei Vertretern der älteren Generation sorgt tendenziell für etwas mehr Stabilität. Aber es ist ganz klar: Sie sollten zu denselben Bedingungen wie alle anderen teilnehmen. Sie werden nicht als Quelle der Weisheit oder ähnliches angesehen. Wir versuchen, so gleichberechtigt wie möglich zu sein. Uns geht es, unabhängig vom Alter der jeweiligen Beteiligten, um zwischenmenschlichen Austausch«, sagt Jonas Fischerström.
Vielleicht ist es ja die egalitäre Haltung vieler Schweden, die zwischen den Generationen weniger Brüche entstehen lässt, die erst einmal zu kitten sind. Vielleicht aber auch die Einsicht, dass ein Miteinander gute äußere Rahmenbedingungen braucht. Der 54-Jährige betont: »Uns geht es grundsätzlich darum, ein Umfeld zu schaffen, das förderlich ist, um eine tiefere Verbindung zwischen Menschen aufzubauen.« Die Schweden konzentrieren ihre Bemühungen bei der Zusammenarbeit der Generationen darauf, in den Gruppen der Jugendcamps eine Ganzheit zu fördern, die alle Mitwirkenden unabhängig von Alter oder Erfahrungshintergrund wirklich zusammenbringt.
Youth.Empowered
Die Pioneers of Change sind ein Netzwerk für persönliche und gesellschaftliche Entwicklung mit Sitz in Niederösterreich. Das Programm Youth.Empowered spricht junge Menschen von 18 bis 30 Jahren an, die gesellschaftlichen Wandel gestalten möchten. Unterstützt von erfahrenen Mentorinnen und Mentoren, entwickeln sie Initiativen und Projekte und lernen generationenübergreifende Verantwortung.
pioneersofchange.org/youth-empowered
Wo dieser gemeinsame Boden nicht gelegt ist, kann es leicht zu Missverständnissen kommen und die Älteren reden dann an den Jüngeren vorbei. Imke-Marie Badur ist Initiatorin des Bachelor of Being, einer Orientierungsphase für junge Erwachsene. Die 52-Jährige erzählt: »Uns ist das bewusst geworden, als wir mit den jungen Menschen Geschlechtsbeziehungen und Fragen wie Transgender thematisiert haben. Wir hatten einen Teamer, der seine Tantra-Erfahrung aus mehreren Jahrzehnten einbrachte. Für ihn waren die polaren Anteile von Mann und Frau sehr selbstverständlich, und er hat Fragen der Körperlichkeit mit einer Leichtigkeit betrachtet. Das war für die Jüngeren gelinde gesagt ungewohnt, denn sie sind in einem ganz anderen Erfahrungsfeld groß geworden. Sie sind da unsicherer und vorsichtiger als wir Älteren, vielleicht auch traumasensibler. In der gemeinsamen Auseinandersetzung hat sich da eine Art kultureller Clash gezeigt.« Es braucht Sensibilität, um wahrzunehmen, dass die Unterschiede zwischen den Generationen nicht automatisch zu Synergien zwischen allen Beteiligten führen. Vielleicht ist der Wunsch zu hoch gegriffen, dass Jüngere und Ältere »einfach so« voneinander lernen können. Womöglich braucht es zunächst eine grundlegende Aufbauarbeit, die überhaupt einen Rahmen schafft für einen offenen Austausch. In traditionelleren Kulturen waren die Rollen von Älteren und Jüngeren klar definiert, die Qualität der wechselseitigen Beziehungen also gewissermaßen vorbestimmt. Diese Verhaltenssicherheit gibt es heute nicht mehr. Vielleicht läuft es darauf hinaus, dass die Generationen sich erst einmal von Grund auf wieder kennenlernen müssen.
Für junge Menschen ist es zum Beispiel wichtig, zunächst einmal in ihrem So-Sein gesehen zu werden. Paul Anluk Leo von den Pioneers of Change machte diese Erfahrung in den Programmen für Erwachsene in der Organisation: »Die persönlichen Begegnungen mit Menschen aus älteren Generationen haben mir sehr gutgetan. Ich hatte die Möglichkeit, mit meiner Geschichte, mit dem, was mich bewegt, sichtbar zu werden und darin gesehen zu werden. Und es erstaunt mich immer wieder, wie viel Verbindung zwischen den Generationen möglich ist, wenn wir uns in solchen Räumen begegnen, in denen grundsätzlich erstmal alles da sein darf.« Nun versucht er selbst in den Jugendprogrammen eine Atmosphäre zu schaffen, die dieses Bezeugen zwischen den Generationen fördert. Gemeinsam überhaupt erst einmal anwesend sein zu können, scheint eine wesentliche Aufbauarbeit für Projekte zu sein, damit sich ein wirklicher Austausch zwischen Jüngeren und Älteren entfalten kann.
Protus
Die 2008 von dem schwedischen Unternehmer Tomas Björkman gegründete Ekskäret Foundation möchte die jungen Generationen fit machen für gesellschaftliche Leadership und Initiativen für gemeinschaftliches Wachstum fördern. Teil der Stiftungsaktivitäten ist das Projekt Protus, das mit Sommer- und Wintercamps junge Menschen dazu einlädt, »Fragen über sich selbst und die Welt zu erforschen«.
www.protus.se
Gelebte Beispiele
Sich einander wirklich zu zeigen, statt einfach den Jüngeren etwas vermitteln zu wollen, wird hier zu einem Türöffner. Imke-Marie Badur vom Bachelor of Being etwa sagt: »Die jungen Menschen sind nicht so interessiert daran, sich einfach irgendwelche Konzepte oder Theorien anzueignen. Für sie zählt das persönliche Beispiel. Wenn unsere älteren Teamer von ihren ungewöhnlichen Lebenswegen erzählen, stoßen sie auf Resonanz. Einer unserer Begleiter brachte beispielsweise seine langjährige Erfahrung aus Asien-Reisen und seine praktischen Erkenntnisse zu Bewusstseinszuständen aufgrund seiner Meditationspraxis ein. Solche Einblicke wecken die Neugier.« Offenheit und Selbsttransparenz scheinen es zu erleichtern, dass zwischen den Generationen tiefere Begegnungen möglich werden. Vielleicht kann man auch sagen: Es hilft, wenn Mentoren sich nicht hinter ihrem Erfahrungsschatz verstecken, sondern sich auch in ihrer eigenen Verletzlichkeit und ihrem Ringen zeigen. Denn letztlich ist es genau dieses Ringen, in dem heute auch die junge Generation steht.
»Die Vorbildhaftigkeit der Älteren steht in unserer Kultur der Individualisierung oft infrage.«
Wie sehr dieses Miteinander gelingt, hängt auch davon ab, ob es den Projekten gelingt, ein Zusammensein auf einer tieferen Ebene zu unterstützen. Im schwedischen Projekt Protus etwa vermitteln sich die Erfahrungen zwischen den Generationen in Dialogsettings, die bewusst Orte des Zuhörens schaffen. »Wir versuchen, die Jugendlichen so nah wie möglich mit den anderen Teilnehmenden und ihren Trainern zusammenzubringen. So fühlen sie sich wie eine eng verbundene Gruppe. Um dies zu erreichen, greifen wir auf eine Reihe alter Fragen zurück, die fast schon an den sokratischen Dialog erinnern und seit Jahrtausenden verwendet werden«, erklärt Jonas Fischerström. Dieser Rückgriff auf archetypische Qualitäten der Vergangenheit erleichtert es anscheinend, die Brüche im intergenerationellen Miteinander unserer heutigen Zeit zu heilen. Am Lagerfeuer ins Gespräch zu kommen, lässt durchlässig werden für die gemeinsame Mitte, die Menschen miteinander verbinden kann.
Initiation für den eigenen Weg
Das Sprechen miteinander wie auch das Bezeugen dessen, was geteilt wird, will gelernt werden, in allen Altersgruppen. »Ich erlebe bei den Menschen in meiner Generation, dass die Kommunikationskultur eigentlich katastrophal ist. Es gibt eine sehr starke Zukunftsangst und in der Folge eine Dringlichkeit, verbunden mit dem Gefühl von zu wenig Zeit, zu wenig Raum, einem Engegefühl, das bei uns Jungen zu einem gepressten Gefühlsleben führt. Für uns geht es darum, damit in Kontakt zu kommen und all diesen Befindlichkeiten Raum zu geben. Es geht um die Fähigkeit zu kommunizieren und in der Beziehung von Mensch zu Mensch ganz viele Gefühle da sein lassen zu können. Zum Beispiel, dass es möglich ist, wütend aufeinander zu sein und trotzdem nicht die Verbindung zu verlieren«, erzählt Paul Anluk Leo vom Projekt Youth.Empowered. Ältere können in dieser Gemengelage Jüngere an ihren eigenen Reifungsprozessen teilhaben lassen. Und ganz schlicht für sie da sein. Für den 25-Jährigen geht es dabei auch um zeitgemäße Formen der Initiation: »Die älteren Menschen bezeugen. Uns geht es mit unserem Programm um Initiationsriten, die in unserer heutigen Gesellschaft für junge Menschen fehlen. Wir wollen in die Gesellschaft als vollmündige und verantwortungsbewusste Menschen hineinwachsen. Dafür braucht es die Menschen aus den älteren Generationen, die diesen Schritt bezeugen. Hier fängt der Dialog zwischen den Generationen an.«
»Bewusste Orte des Zuhörens können die Generationen zusammenbringen.«
Auch Manfred Rosen sieht die Notwendigkeit solcher Verbundenheiten, die sich im Kontext der spirituellen Praxis des Projekts Generation Zukunft vor allem durch gemeinsames Sein und auch ein gewisses Seinlassen zeigen: »Gemeinsame Zeit zu verbringen, in einer Atmosphäre des Angenommen-Seins, in der Stille, die sehr viel Raum lässt, eröffnet den jungen Menschen die Möglichkeit, sich auch begleiten zu lassen. Wenn Fragen entstehen, bin ich da, um ihnen zu helfen, eine Antwort in sich selbst zu finden. Ich will kein Vorbild sein, aber versuchen, eine gewisse Form von Wachheit durch eigenes Beispiel zu vermitteln.« Was der Zen-Lehrer hier beschreibt, ist ein eher leises Aneinander-Wachsen. Dieses Noch-nicht-Wissen, was sich aus der Begegnung ergeben wird, eröffnet einen gemeinsamen Entfaltungsraum, der frei ist von Erwartungen. Womöglich ist es genau diese Offenheit, in der sich überhaupt erst herausfinden lässt, wie ein zeitgemäßes Miteinander der Generationen sich heute gestalten lässt.
So verschieden die Erfahrungen der beschriebenen Projekte sind, deuten sie doch alle in eine ähnliche Richtung. Es gibt ein großes Interesse zwischen den Generationen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Und den Willen, voneinander zu lernen. Was sich gerade zu entfalten beginnt, sind erste, noch sehr fragile Strukturen, die diese Begegnungen tragfähig werden lassen. Zuzuhören, sich zu öffnen, wirklich da zu sein – all dies sind erste Schritte auf dem Weg zu einem neuen Miteinander der Generationen. Einem Miteinander, das die Einzigartigkeit und Vielfalt unterschiedlicher Lebensentwürfe wertschätzt, die Erfahrungen der Lebensalter würdigt und so Türen öffnet für eine Kultur des Miteinanders, zu der alle Beteiligten das beitragen können, was sie zu geben haben. Es ist eine Kultur, die gerade erst am Entstehen ist. Und die Behutsamkeit und die kleinen Schritte, die die Projekte machen, deuten an, wie viel grundsätzlicher Aufbauarbeit es in der heutigen Zeit bedarf, um überhaupt ein Fundament zu schaffen für gedeihliche Beziehungen zwischen den Generationen.
Bachelor of Being
Der Bachelor of Being ist ein Orientierungssemester für 18- bis 25-Jährige im Übergang, beispielsweise im Gap Year nach dem Abitur oder bei Studien- oder Ausbildungsabbruch. Er widmet sich den drei Säulen Berufs- und Lebensorientierung, Resilienzförderung und Ermutigung zu Engagement. Die Teilnehmenden leben fünf Monate lang miteinander, forschen und arbeiten gemeinsam.
bachelor-of-being.de
Author:
Dr. Nadja Rosmann
Share this article:
Related Articles:
Beziehungen bezeugen
Immer mehr Projekte stellen sich die Frage, wie sie einen Austausch zwischen jüngeren und älteren Menschen fördern können. Wie können die Generationen zusammenkommen und voneinander lernen? Wir haben mit Pionieren aus Deutschland, Österreich und Schweden gesprochen, welche Erfahrungen sie machen.
Heike Pourian bietet als Wandelforscherin und Lehrerin für Kontaktimprovisation Erfahrungsräume der Verbundenheit an und erreicht damit auch junge Menschen. Die Bildungsaktivistin Helen Britt nahm an solch einem Treffen teil und es veränderte auch ihre Beziehung zur älteren Generation. Wir sprachen mit Helen und Heike über die Frage, wie eine gelungene Beziehung zwischen den Generationen gelebt werden kann.
Paulinho Muzaliwa ist Umweltaktivist und Permakultur-Lehrer aus dem Kongo, der vor Verfolgung nach Uganda geflohen ist. Dort hat er in der Flüchtlingssiedlung Nakivale das Unidos Social Innovation Centre gegründet, eine von Flüchtlingen geführte Organisation, die junge Geflüchtete dabei unterstützt, sich ihre eigenen Chancen zu schaffen, und sich gleichzeitig für regenerative Landwirtschaft einsetzt.