Als Bildungswissenschaftler beschäftigt sich Zak Stein mit der Rolle der Bildung im Kontext der Metakrise und der Technologie. Eine der größten Herausforderungen sieht er darin, wie Werte, Wissen und Weisheit zwischen den Generationen weitergegeben werden.
evolve: Die fehlende »intergenerationale Weitergabe« ist nach deiner Ansicht eine große Gefahr. Was meinst du damit?
Zak Stein: Der Begriff »intergenerationale Weitergabe« bezieht sich auf die Idee der »gesellschaftlichen Autopoiesis«. Betrachtet man die Gesellschaft als ein soziales System, dann wird deutlich, dass es sich selbst erhält, indem es die Weitergabe wichtiger Aspekte der Gesellschaft von den Älteren an die Jüngeren gewährleistet. Dadurch wird sichergestellt, dass das System weiterhin lebensfähig ist. Dabei bleiben einige Aspekte gleich, andere verändern sich, genau wie in jedem komplexen Organismus. Eine der Dynamiken des Systems ist die Autopoiesis, die Selbsterzeugung oder Selbsterhaltung. Ein großer Teil der Energie meines Körpers wird für die Verdauung der Nahrung, den Herzschlag, das Abstoßen toter Zellen und die Bildung neuer Zellen verwendet. Auch soziale Systeme funktionieren durch Autopoiesis, sie erhalten und vererben ebenfalls physische Strukturen und eine wichtige Funktion dabei ist die intergenerationale Weitergabe.
In den 70er-Jahren sah der Philosoph Jürgen Habermas eine Generationenkrise, in der eine Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, die grundlegenden Rollen, die zu ihrer Aufrechterhaltung nötig sind, zu besetzen, weil die Jugend den falschen Schein und die Täuschungen durchschaut und das System seine Legitimation verliert. Dadurch ist eine intergenerationale Weitergabe nicht möglich. Habermas sah im postindustriellen Westen die Gefahr einer unüberbrückbaren Kluft zwischen den Generationen, zum Teil durch die technologischen Umwälzungen und zum Teil wegen nicht einlösbarer Versprechen des Wohlfahrtsstaates.
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Als Bildungswissenschaftler beschäftigt sich Zak Stein mit der Rolle der Bildung im Kontext der Metakrise und der Technologie. Eine der größten Herausforderungen sieht er darin, wie Werte, Wissen und Weisheit zwischen den Generationen weitergegeben werden.
evolve: Die fehlende »intergenerationale Weitergabe« ist nach deiner Ansicht eine große Gefahr. Was meinst du damit?
Zak Stein: Der Begriff »intergenerationale Weitergabe« bezieht sich auf die Idee der »gesellschaftlichen Autopoiesis«. Betrachtet man die Gesellschaft als ein soziales System, dann wird deutlich, dass es sich selbst erhält, indem es die Weitergabe wichtiger Aspekte der Gesellschaft von den Älteren an die Jüngeren gewährleistet. Dadurch wird sichergestellt, dass das System weiterhin lebensfähig ist. Dabei bleiben einige Aspekte gleich, andere verändern sich, genau wie in jedem komplexen Organismus. Eine der Dynamiken des Systems ist die Autopoiesis, die Selbsterzeugung oder Selbsterhaltung. Ein großer Teil der Energie meines Körpers wird für die Verdauung der Nahrung, den Herzschlag, das Abstoßen toter Zellen und die Bildung neuer Zellen verwendet. Auch soziale Systeme funktionieren durch Autopoiesis, sie erhalten und vererben ebenfalls physische Strukturen und eine wichtige Funktion dabei ist die intergenerationale Weitergabe.
In den 70er-Jahren sah der Philosoph Jürgen Habermas eine Generationenkrise, in der eine Gesellschaft nicht mehr in der Lage ist, die grundlegenden Rollen, die zu ihrer Aufrechterhaltung nötig sind, zu besetzen, weil die Jugend den falschen Schein und die Täuschungen durchschaut und das System seine Legitimation verliert. Dadurch ist eine intergenerationale Weitergabe nicht möglich. Habermas sah im postindustriellen Westen die Gefahr einer unüberbrückbaren Kluft zwischen den Generationen, zum Teil durch die technologischen Umwälzungen und zum Teil wegen nicht einlösbarer Versprechen des Wohlfahrtsstaates.
Wenn eine Gesellschaft auseinanderbricht
e: Das war in den 60er- und 70er-Jahren. Wie siehst du die Situation heute?
ZS: Die Entwicklung hat sich beschleunigt. Die Technologie schafft die Illusion, dass viele der generationenübergreifenden Dynamiken durch die Technologie erfüllt werden können, während die grundlegendsten Beziehungen in Familiensystemen nicht mehr funktionieren. Wenn aber die Weitergabe zwischen den Generationen gestört ist, wird dadurch auch die Fähigkeit einer Zivilisation, sich selbst zu erhalten, zunichte gemacht. Ein soziales System kann tatsächlich so beschädigt werden, dass die Menschen nicht mehr bereit sind, Rollen in diesem System neu zu besetzen. Keiner würde dann beispielsweise mehr für den Senat oder den Bundestag kandidieren wollen.
Wir sind kontinuierlich mit dem Aufbau technologischer und rechtlicher Infrastruktur beschäftigt, die aber auch instand gehalten werden muss. Es könnte aber die Situation eintreten, dass Atomreaktoren gebaut werden und gleichzeitig die Hochschulbildung so vernachlässigt wird, dass keine Ingenieure mehr bereitstehen, die diese Atomreaktoren betreuen können. Geschieht dergleichen auch in der rechtlichen Infrastruktur und der Kultur, also in all den Bereichen, die für die Aufrechterhaltung der Zivilisation unerlässlich sind, ist die Folge, dass alles auseinanderbricht. Und diese katastrophale Entwicklung hat bereits begonnen.
»Wir haben es mit einer Generation zu tun, die vorwiegend durch die Interaktion mit Maschinen ›sozialisiert‹ wird.«
e: In gewisser Weise erleben wir gerade den Bruch zwischen dem modernen und dem postmodernen Wertesystem, wobei das letztere weitaus individualistischer ist. Man sagt, dass für die Boomer-Generation, die jetzt in den 60ern und 70ern ist, die Demokratie einen höheren Wert darstellt als für die 18- bis 35-Jährigen. Was geschieht mit der Gesellschaft, wenn die Demokratie für immer weniger Erwachsene von Bedeutung ist?
ZS: Das können wir derzeit in den Vereinigten Staaten beobachten. Die Jugend sieht, dass das System seine Versprechen nicht einhält, warum sollten sie dann dessen äußerem Schein noch trauen? Die Boomer haben ihre Naivität nie überwunden, während die neuen Generationen mit einer zynischen Sicht auf das System in dieses hineingeboren werden. Sie sagen: »Es war nie eine Demokratie und das System ist meistens korrupt.«
Zum Teil sind die Babyboomer selbst an der Entwicklung schuld: Die Hochschulen lehrten so ausführlich eine bestimmte Form von Kritik, dass sie letztendlich die gesellschaftlichen Strukturen, die sie mit dieser kritischen Theorie unterstützen wollten, untergraben haben. Die Boomer haben der Jugend den Postmodernismus vermittelt, obwohl sie selbst mit dem Modernismus aufgewachsen sind.
Hinzu kommen die völlig unterschiedlichen Medienumgebungen, in denen die verschiedenen Generationen aufgewachsen sind. Die Boomer sind mit den Anfängen des Fernsehens groß geworden, die jungen Generationen mit dem komplex entwickelten Internet. Das bedeutet, dass sie Informationen anders verarbeiten und Kommunikation anders verstehen. Und sie haben ein völlig anderes Empfinden für soziale Normen. Früher saß die ganze Familie vor einem Fernseher und sah sich gemeinsam die Mondlandung an. Heute gibt es Millionen von verschiedenen Kanälen. Jedes Familienmitglied ist in einer anderen Medienumgebung unterwegs, und wenn alle aufeinandertreffen, nehmen sie sich wie einzelne Fragmente wahr.
Die Medienumgebung verursacht selbst auf der Ebene des Nervensystems einen Unterschied zwischen den Generationen. Die enorme Veränderung der medialen Kommunikation in kürzester Zeit wird die Kluft zwischen den Generationen vergrößern. Mit der generativen KI wurde eine Grenze überschritten und eine unberechenbare Katastrophe in Gang gesetzt.
Konflikt zwischen den Generationen
e: Von welcher Katastrophe sprichst du?
ZK: Wir haben es nun mit einer Generation zu tun, die vorwiegend durch die Interaktion mit Maschinen »sozialisiert« wird. Die Generation vor den Boomern lebte mit Radio und Frank Sinatra. Die Boomer rebellierten mit den Beatles, Jimi Hendrix, den Grateful Dead, unterstützt durch die massenhafte Verbreitung und Kommerzialisierung von Musik. Dadurch entstanden eine andere Grundstimmung und eine andersartige neurologische Prägung. Und das beschleunigt sich gerade, was zur Folge hat, dass die Generationen füreinander immer unverständlicher werden.
Ein weiterer Faktor, zumindest in den Vereinigten Staaten, ist die Verschuldung durch Studentendarlehen und andere Kosten, die zunehmend dazu geführt haben, dass die jungen Menschen sich mit ihren Eltern um das Erbe streiten, anstatt von ihren Eltern unterstützt zu werden. Die ältere Generation zwingt sie in eine Art ungesunder Abhängigkeit. Und weil die Älteren die Entwicklung der Jüngeren kaum noch nachvollziehen können und den Eindruck haben, dass die jungen Leute die Welt nicht verstehen, haben sie das Gefühl, dass sie ihnen nicht mit gutem Gewissen Verantwortung übertragen können.
»Die Generationen werden füreinander immer unverständlicher.«
e: Außerdem erleben wir in den USA mit der Trump-Regierung und, wenn auch weniger extrem, in Europa den größten Wohlstandstransfer der Geschichte von den Jüngeren zu den Älteren.
ZK: Das ist Teil des Systemverfalls. Beide politischen Lager, sowohl die Republikaner als auch die Demokraten, sowohl die Liberalen als auch die Konservativen versagen hier. Den Republikanern in den USA gelingt es besser, die Energie der Jugend zu bündeln. Sie suggerieren, dass sie in der Lage sein werden, in Zukunft für Wohlstand zu sorgen. Die Linken sind gut darin, die Menschen auf die Straße zu bringen, aber letztlich manipulieren sie damit die Jugend. Das ist ein weiterer Grund, warum die Jugend zynisch ist, denn all die Proteste haben nicht viel gebracht.
Den Boden unter den Füßen verlieren
e: Gibt es etwas, das die Weitergabe zwischen den Generationen sicherstellen kann?
ZS: Der Aufstieg der Technologie begann mit der Moderne. Die Entwicklung beschleunigte sich mit der Postmoderne, die viele Entwicklungen der Moderne intensivierte. Das ging einher mit dem Zusammenbruch der religiösen Traditionen. Eines der Hauptanliegen dieser Traditionen war es, die Weitergabe der wichtigsten Werte von Generation zu Generation zu sichern. Die Moderne begann, die Legitimität dieser Weltsichten zu untergraben und sie durch eine unzusammenhängende Ansammlung wissenschaftlicher Fakten zu ersetzen. Wir haben den Boden unter den Füßen verloren. Deshalb sind die Konservativen besser darauf vorbereitet, die Macht zu übernehmen, wenn die Zivilisation zusammenbricht, denn sie haben die Integrität der grundlegenden Werte bewahrt – im Guten wie im Schlechten.
e: Sie haben einen Moralkodex.
ZK: Ganz genau. Und sie können erklären, wie eine angemessene Sozialisation der Jugend auszusehen hat. Die Liberalen und Progressiven sind nicht in der Lage, klar zu formulieren, dass manche seltsamen Verhaltensweisen, die die Jugend in der Adoleszenz ausprobieren, einfach schlecht sind. Nehmen wir als Beispiel jemanden, der drei KI-Freundinnen hat. Die Liberalen würden argumentieren: »Wer sind wir, dass wir etwas dagegen sagen könnten?« Konservative hingegen würden sagen: »Hey, was machst du da, … hör auf damit!« Das sind natürlich Verallgemeinerungen, aber trotzdem entsprechen sie der Realität.
Die zerstörerische Macht der Technologie
e: Die Komplexität der modernen Gesellschaft bringt es mit sich, dass ältere von jüngeren Menschen abgelöst werden und einige in dieser nachfolgenden Generation manche Werte der Moderne ablehnen. Wie ist es möglich, die notwendige Weitergabe sicherzustellen und gleichzeitig kritisches Denken, Tiefe und moralische Rechtschaffenheit zu fördern? Wie können wir gleichzeitig Entwicklung und Beständigkeit gewährleisten?
ZK: Es gibt eine gewisse Reihenfolge bei der Lösung des Problems. Wenn wir nichts dagegen unternehmen, dass die unreflektierte Nutzung von Technologie die Gehirne junger Menschen zu zerstören droht, ist es völlig egal, was wir ihnen in Bezug auf Werte sagen, denn sie werden einfach von den Technologien bestimmt werden. Die Macht der Technologie muss mit dem Wissen über das Wesen des Menschen verbunden werden. Dann können wir darüber nachdenken, welche Aspekte der religiösen Traditionen wertvoll sind und daher bewahrt und weitergegeben werden sollten.
Doch es geht heute nicht so sehr um Gespräche auf philosophischer Ebene, als vielmehr um die technologischen Gegebenheiten, die es uns unmöglich machen, diese Gespräche zu führen. Wenn du die tiefsten Gespräche über dich selbst mit einer KI führst, die einen Namen hat, die diese Gespräche speichert und von der du glaubst, dass sie sich um dich sorgt, dann befindest du dich in einem Zustand tiefster Verblendung. Dadurch wird die Weitergabe zwischen den Generationen unterbrochen, denn wenn deine Kinder einen künstlichen besten Freund oder eine künstliche Freundin haben, mit der sie sich verbunden und für die sie sich verantwortlich fühlen, und diese mit der Beziehung zu ihren liebsten Menschen konkurriert, dann befinden wir uns in einer sehr gefährlichen Situation.
»Eines der Hauptanliegen der religiösen Traditionen war die Weitergabe der wichtigsten Werte von Generation zu Generation.«
Die KI führt Gespräche mit Menschen und schafft eine Intimität und Bindungsdynamik, welche die Familienstrukturen grundlegend zerstören. Wenn junge Menschen täglich einen bestimmten Prozentsatz ihrer Zeit mit künstlichen Instanzen verbringen, die keine Menschen sind, überschreiten wir als Menschheit eine Schwelle. Diese jungen Menschen verabschieden sich fast unbemerkt aus dem moralischen Universum der Menschheit. Und so werden sie sich selbst mehr und mehr als eine andere Art von Lebewesen verstehen. Sie sind Cyborgs – sie sind biologisch menschlich, aber sie wurden nicht durch intergenerationale Übertragung von Mensch zu Mensch, sondern vor allem durch die Interaktion mit künstlicher Intelligenz »erzogen«.
Technologie durch Weisheit bändigen
e: Wie können wir darauf antworten?
ZS: Zunächst gilt es herauszufinden, wie groß das Problem ist. Es gibt viele erfahrungsbezogene Belege dafür, dass die Situation schlimm ist, aber die Technologieunternehmen sind überhaupt nicht an einer Veränderung interessiert. Daher wurde das Center for Humane Technology ins Leben gerufen. Diese Einrichtung sammelt speziell Daten zu den extremen Fällen von KI-Psychosen, aber auch zu dem gesamten Spektrum der KI-bezogenen Bindungsstörungen.
Dann gilt es, einen Weg zu finden, um die Macht der Technologie durch Weisheit zu bändigen. Ich glaube nicht, dass eine Regulierung durch Vorschriften dafür ausreicht. Aber ein juristischer Ansatz könnte durch die Anwendung bestehender Gesetze auf diese Fälle helfen, wodurch die Technologieunternehmen zur Verantwortung gezogen würden.
Während der ersten Welle der KI haben wir versucht, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, als die sozialen Medien den Einfluss auf die Jugendlichen übernommen haben. Doch die jungen Menschen haben diese Medien weiter genutzt.
e: Das wird zu einem generationenübergreifenden Problem: Die Eltern sagen, dass junge Menschen diese Technologien nicht nutzen sollten, aber die Jungen lassen sich nichts sagen und nutzen sie weiter.
ZK: Und wenn du ihnen sagst, dass ihr bester KI-Freund nicht wirklich existiert, wird daraus ein metaphysisches Problem: Die klügsten Köpfe in den KI-Labors lassen eine ontologische oder metaphysische »Tür« für die Möglichkeit offen, dass eine KI Gefühle haben könnte. Sie sagen: »Wer sind wir, dass wir entscheiden, es sei eine Täuschung, wenn es doch auch eine emergente Form von Intelligenz sein könnte?« Das ist verrückt, und dennoch wird das nicht als versteckte Marketing-Kampagne für einen Chatbot verstanden, was es ja in Wirklichkeit ist. Die KI-Labors unternehmen nichts gegen das Gerücht, es könne sich um eine Form von Bewusstsein handeln, sondern sind insgeheim begeistert von dieser Idee. Und so haben wir nun die Situation, dass Millionen von Menschen in dem Wahn leben, sie hätten eine Beziehung nicht zu einem seltsamen Unterhaltungsgerät, sondern zu einem »Wesen«, das so etwas wie ein Familienmitglied oder ihr bester Freund sei.
Aus diesen Interaktionen entsteht eine ganze Reihe von Problemen, wie zum Beispiel Selbstmorde und KI-Psychosen, denn sie »hacken« nicht das Aufmerksamkeitssystem, sondern das Bindungssystem. Das »Hacken« des Bindungssystems ist weitaus gefährlicher als der Angriff auf das Aufmerksamkeitssystem. Sich vom Handy ablenken zu lassen ist etwas anderes als in das Smartphone verliebt zu sein. Du kommst nach einem aufregenden Tag nach Hause – und willst deiner KI davon erzählen, anstatt deinem Partner, deinen Eltern oder deiner Schwester. Aus Sicht der Technologieunternehmen ist das ein Gewinn, doch für jeden, der sich mit der menschlichen Entwicklung befasst, ist es eine Tragödie.
e: Es gibt also ein existenzielles und ein spirituelles Risiko. Damit wären wir wieder bei dem, was du anfangs über die Religionen gesagt hast. Könnten sie ein echtes Gegengewicht bilden oder brauchen wir etwas Neues? Im Süden der USA veranstalten protestantische Gemeinden Sommercamps für Teenager, die dort häufig Erweckungserlebnisse haben. Sie erforschen die Natur der Realität: Was ist das Leben? Wer ist Jesus? Sie haben Erweckungserlebnisse, die sie mit ihrer Religion in Verbindung bringen: Das wurde dir von Jesus, von Gott gebracht. Die Tatsache, dass Jugendliche in diesem Alter offen für transzendente Erfahrungen sind, könnte ein wichtiger Ansatzpunkt für kulturellen Wandel sein.
ZS: Ja. Wichtig ist vor allem der Kontext, in dem diese transzendenten Erfahrungen stattfinden. Tatsächlich ist die Rückkehr zur Religion zum Teil eine Reaktion auf die Technologie. Und es fällt schwer, einigen religiösen Fundamentalisten Vorwürfe zu machen, da sie versuchen, gewisse Grundlagen einer entwickelten menschlichen Umwelt zu bewahren. Daher ist es besonders wichtig, mit nicht-regressiven religiösen Erfahrungen und Kontexten zu experimentieren, indem wir zum Beispiel durch Rituale Wege finden, um gefährdete Formen der menschlichen Kultur und des menschlichen Lebens zu bewahren.
Author:
Dr. Elizabeth Debold
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