Verlust des Vertrauens
Über den Film »Leviathan« von Alexander Beiner
October 19, 2025
Im Leben sind wir immer zusammen unterwegs. In Beziehungen zu Menschen, die älter sind als wir, können wir aus der Erfahrung lernen. Wir können unsere eigene Erfahrung an Menschen weitergeben, die jünger sind als wir. Aber auch Ältere können sehr viel von Jüngeren lernen. In der Tat kann das ganze Leben zu einem gemeinsamen Lernen werden. Aber wie ist das möglich? Wir haben einige Menschen, die Räume für die Begegnung zwischen den Generationen schaffen, gefragt:
Wieviel wir von der jungen Generation lernen können, ist vielen nicht bewusst. Selten sind Möglichkeitsräume vorhanden, in denen wir mit jungen Menschen auf Augenhöhe in einen tieferen Austausch kommen. Wenn wir Resonanzräume, tiefergehende Vertrauensräume, wie im RealLabor Leipzig, kreieren, sind wir Älteren meist überwältigt von einer hoch reflektierten feinsinnigen Jugend. Tiefer Gerechtigkeitssinn, ein achtsam gelebtes Miteinander und die Fragen »Wie fühlst du dich?«, »Was brauchst Du gerade?« sind wie selbstverständlich im Repertoire der jungen Menschen etabliert. Als ob diese Generation längst verinnerlicht hat, dass wir nur mit Verbundenheit und mehr Achtsamkeit für das Lebendige wieder in ein Gleichgewicht auf unserem Planeten gelangen können.
Im Leben sind wir immer zusammen unterwegs. In Beziehungen zu Menschen, die älter sind als wir, können wir aus der Erfahrung lernen. Wir können unsere eigene Erfahrung an Menschen weitergeben, die jünger sind als wir. Aber auch Ältere können sehr viel von Jüngeren lernen. In der Tat kann das ganze Leben zu einem gemeinsamen Lernen werden. Aber wie ist das möglich? Wir haben einige Menschen, die Räume für die Begegnung zwischen den Generationen schaffen, gefragt:
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Wieviel wir von der jungen Generation lernen können, ist vielen nicht bewusst. Selten sind Möglichkeitsräume vorhanden, in denen wir mit jungen Menschen auf Augenhöhe in einen tieferen Austausch kommen. Wenn wir Resonanzräume, tiefergehende Vertrauensräume, wie im RealLabor Leipzig, kreieren, sind wir Älteren meist überwältigt von einer hoch reflektierten feinsinnigen Jugend. Tiefer Gerechtigkeitssinn, ein achtsam gelebtes Miteinander und die Fragen »Wie fühlst du dich?«, »Was brauchst Du gerade?« sind wie selbstverständlich im Repertoire der jungen Menschen etabliert. Als ob diese Generation längst verinnerlicht hat, dass wir nur mit Verbundenheit und mehr Achtsamkeit für das Lebendige wieder in ein Gleichgewicht auf unserem Planeten gelangen können.
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Für Jugendliche ist es ebenso ein Gewinn, wenn Erwachsene in Schule und Gesellschaft ihnen in Resonanz begegnen, leben und arbeiten, ihre Sorgen und Wünsche aufnehmen und das hochkomplexe Denkvermögen vieler junger Menschen wertschätzend integrieren. Zukunftsfähige Lernformate sind dazu geeignet.
Jugendliche sagen heute: »Früher hat man seine Zukunft geplant, heute hofft man, dass man überhaupt eine hat…«. Der Satz zeigt die paradoxe Lage, in der die Generationenfrage heute steckt. Ermöglichen wir Kindern und Jugendlichen Entfaltungsräume in liebevoller Haltung, dann wird Zukunft eine gemeinsame Aufgabe.
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Ich finde die Frage, was wir voneinander lernen wollen, fast noch spannender.
Weil mich das zu der Frage führt, wodurch denn so oft verhindert wird, dass wir in den Austausch miteinander gehen und voneinander lernen können.
Und infolgedessen, was es denn braucht, damit wir wieder mehr voneinander lernen wollen.
Darauf kann ich sicher keine vollständige Antwort geben, aber nur so viel: Ich glaube, eine wichtige Voraussetzung ist Anerkennung. Anerkennung für das, was die jeweils andere Generation geprägt hat/prägt und auszeichnet.
Das bedeutet im Konkreten für mich, anzuerkennen, in welcher Zeit die Älteren groß wurden und welche Herausforderungen dies mit sich brachte. Und auf der anderen Seite wünsche ich mir auch Anerkennung dafür, mit welchem Bewusstsein und welchen Herausforderungen wir Jüngeren heutzutage groß werden.
Sich gegenseitig darin ernst zu nehmen, ist meiner Meinung nach essenziell dafür, den Impulsen der anderen Generationen mit Offenheit zu begegnen.
Aus dieser Haltung heraus kann durch die Erfahrungen und Ressourcen älterer Generationen und die Energie, Ideenvielfalt und Willenskraft der Jungen Fruchtbares entstehen.
Und vielleicht beginnen wir ganz nebenbei zu bemerken, dass es kein Kampf gegeneinander ist, sondern vielmehr ein gemeinsames Ringen um eine für alle lebenswerte Zukunft.
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In unserer Arbeit mit jungen Menschen möchten wir Räume schaffen, in denen Lernen zu einem Austausch wird – einem Prozess, der sich zwischen den Generationen entfaltet. Gemeinsam erkunden wir, was es bedeutet, zu leben, zuzuhören und ganz Mensch zu sein.
Wir haben beobachtet, dass die jüngere Generation oft eine natürliche Flexibilität und Offenheit in Bezug auf Identität und Perspektive verkörpert – Eigenschaften, die in unserer Generation nicht so selbstverständlich sind. Gleichzeitig kann unsere Lebenserfahrung ihr Denken auf sinnvolle Weise erden, herausfordern und erweitern. Diese Dynamik erfordert von beiden Seiten eine besondere Art von Offenheit und Vertrauen.
Wenn diese Eigenschaften aufeinandertreffen – Neugier und Erfahrung, Fluidität und Tiefe – geschieht etwas Leises, aber Kraftvolles. Was der eine weiß, hinterfragt der andere; worauf der eine besteht, denkt der andere neu. Gemeinsam entdecken wir neue Wege des Sehens, Verstehens und Seins, die keiner von uns allein erreichen könnte.
Das Zuhören über Generationen hinweg erinnert uns daran, dass Wachstum und Wandel nicht nur einem bestimmten Alter vorbehalten sind. Sie entstehen im Austausch zwischen uns.
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Für die direkte Erfahrung von transgenerationalen Gemeinsamkeiten haben Jana 24 Jährchen und Maria 7,6 Jahrzehntchen – jetzt muss unser Sein ins Tun kommen: mit-ein-ander Austauschen (sich tauschen mit einem anderen) in der Unschuld des Kindes und der gemeinsamen Körperarbeit. Menschen zu halten in spielerischem Respekt und der Perspektive durch die Menschen zwischen uns! Außerhalb der Zeit – vom Chronologischen in den Kairos – treffen wir uns und spiegeln uns voreinander und selbsteinander.